Mein Leben...

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Beitrag von Kimama am Do Mai 13, 2010 8:49 pm

Ich hab vor einigen Jahren meine Vergangenheit aufgearbeitet. Daraus ist ein Buch entstanden. Die nicht überarbeitete Kurzfassung möchte ich euch hier posten. Die Namen sind ,bis auf meiner erfunden, da ich reale Namen nicht posten darf aus rechtlichen Gründen.




Zuletzt von Kimama am Do Jul 01, 2010 8:41 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet

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Re: Mein Leben...

Beitrag von Kimama am Do Mai 13, 2010 8:54 pm

Vorwort

Ich will es nicht, aber es passiert. Wieso habe ich SIE kennengelernt? Warum konnte mich keiner warnen, vor ihr? Niemand sah hin, als es mir passierte! Niemand schien zu sehen, wie SIE meine beste Freundin wurde! Oder wollte es vielleicht keiner sehen? Wollte niemand sehen, daß SIE mich bestimmte, mein Leben regierte, als meine Freundin? Oder konnten sie es alle nicht sehen, weil ich gelernt hatte, von IHR, wie man sich richtig verstellte?

Ich weiß es heute nicht mehr! Aber was ich weiß, ich das ich immer dachte, daß SIE wirklich meine einzigste Freundin sei! Das ich glaubte, ohne SIE an meiner Seite nicht exestieren zu können. Und das ich bis zu letzt glaubte, daß sie mich nie belügen würde!

Ich möchte mit diesen Seiten, niemanden verurteilen oder jemanden die Schuld an meiner Vergangenheit geben!
Ich möchte den "Freundinnen" von IHR zeigen, daß sie nicht immer Recht hat!
Das SIE belügt und betrügt!
Ich möchte Freunde, Verwante, Bekannte von Betroffenen sagen, daß es eine Möglichkeit gibt,zu helfen!
Zu helfen, einzusehen, daß SIE keine Freundin ist !!!
SIE ist keine Freundin, SIE ist der Tod!!
SIE bringt Tränen, Verzweiflung und Selbsthass mit sich!
SIE hilft, zu verstehen, daß man nichts wert ist, daß man nutzlos ist auf dieser Welt!!


Hier schreibt kein Therapeut, hier schreibt eine ehemalige Freundin von IHR!
Ich war jahrelang mit IHR befreundet. Bis ich bemerkte, daß SIE meinen Tod in Kauf nehmen würde , ohne mit einer Wimper zu zucken!
Ich kann ihren " Freundinnen" die Wahrheit sagen, über SIE! Auch wenn ich aus eigener Erfahrung weiß, daß es nicht viel bringen wird, denn wie ich auch, sind ihre Freundinnen verblendet von IHR!
Trotzdem möchte ich es versuchen und möchte IHR heute den Kampf ansagen!
Meiner ehemaligen Freundin!
Ihr Name ist " Bullemie" !!

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Re: Mein Leben...

Beitrag von Kimama am Do Mai 13, 2010 8:56 pm

Wie alles begann....

Heute weiß ich nicht wirklich, warum es anfing! War jemand dran Schuld? Oder bin ich einfach so hineingeschlittert? Ich weiß noch das ich abends an meinem Kleiderschrank stand und mich auf eine Party vorbereitete auf die ich mit meinen Freund Patrick gehen wollte.
Ich, gerade mal 16 Jahre jung und mit meinen 1.75m 65 kg schwer, war stolz auf meine Figur und trug gerne kurze Sachen,wie vermutlich jedes junge Mädchen in dem Alter. Ich trug kurzen Rock, bauchfreies Shirt und hohe Stiefel und war dabei an meinen Haaren den letzten Hauch Haarspray zu legen, als ich meinen Freund hinter mir im Spiegel erspähte. Ich lächelte ihn zu und drehte mich um," Na Schatz, niehmst du mich so mit?" fragte ich ihn, mit meinen charmantesten Lächeln und glaubte natürlich ein klares Ja zu hören, doch da sollte ich mich irren! " Du bist so fett geworden!" Ich drehte mich zum Spiegel und warf einen Bilck hinein. War ich wirklich zu dick? " Wo bin ich dick?" fragte ich deswegen leicht irritiert. Er fasste mich grob in die Seite," Hier, alles fett!" Ich zog mein Shirt noch ein Stück höher und mußte eingestehen, daß da ein bießchen viel war, wo man früher noch Taille sehen konnte. " Ich zieh ein anderes Shirt an!" Ich zog das Shirt aus und griff in den Kleiderschrank auf der Suche nach einen längeren Shirt, daß ein wenig meine überflüssigen Pfunde versteckte. " Ich hab keine Lust zu warten, hättest du gleich sehen können, daß du scheiße in den Oberteil aussiehst!" Mit diesen Worten war er aus der Schlafzimmertür und schon hörte ich auch die Wohnungstür ins Schloss fallen. Ich dachte kurz nach, als ich das andere Shirt anzog und mich ins Wohnzimmer aufs Sofa setzte un d wartete. Viel zu früh hatte ich mich entschieden bei ihm einzuziehen. Aber ich war mir trotz meines jungen Alters immer sicher gewesen, das er der Richtige war. Doch jetzt saß ich in unserem Wohnzimmer und wartet, daß er zurück kam, der Mann der bereits auf der Party ohne mich feierte.
Nach einer Stunde hatte auch ich es eingesehen, er würde nicht zurück kommen. Ich ging depremiert in die Küche und nahm mir eine Tafel Schokolade aus dem Küchenschrank und setzte mich mit ihr an den Mamortisch. " Nur ein kleines Stück," flüsterte ich mir selber zu. " Nur ein Stück zum Glücklichsein!" Ich legte mir ein kleines Stück auf die Zunge und ließ es langsam zergehen. Ich war auf Diät und wußte, das jedes weitere Stück, mehr und mehr Kalorien bedeutete. Doch ich brauchte jetzt einen Glücklichmacher und nahm noch ein Stück in den Mund. Das Gefühl des Glückes überkam mich und ich wollte immer so glücklich sein, wie in diesem Moment! Ich würde am nächsten Tag zwei Stunden Joggen und nicht nur eine. Deswegen begann ich langsam und geniesserisch die ganze Tafel zu essen. Was dann passierte, weiß ich heute nicht mehr wirklich. Ich habe wenig Erinnerung an diese Stunden, Minuten oder wie auch immer. Jedesmal aufs neue war es wie ein Trance aus dem ich irgendwann erwachte. Wie ferngesteuert, tat ich in der zeit Sachen, die ich normal nicht tun würde!
Als ich an diesem Abend aus dem ersten Trance erwachte, war ich schockiert. Ich erwachte auf den kalten Fliesen vor meinem Kühlschrank und als ich mich umsah, dachte ich in einem Alptraum gelandet zu sein. Es war besser zu glauben und zu hoffen, daß es ein Alptraum war, aber in Wirklichkeit, war es meine erste Begegnung mit IHR!
Auf den Boden lagen leere Wurst und Käsepackungen, ausgelaufene Milch auf den Boden, halbleere Joghurtbecher, ohne Löffel,Schokoladenpapier, Bonbontüten, leere Colaflaschen und die Rieseneispackung war ebenfalls leer!
Meine Kleidung beschmiert und meine Hände und mein Gesicht klebrig. Ich erahnte nur, was in der Zeit passiert war, als ich nicht Herr meiner Sinne war. Ich mußte die Kalorien wieder los werden und eine innere Stimme sagte:" Übergib dich! Spuck alles aus!" Ich rannte ins Badezimmer und hockte mich vor die Toilette. Ich steckte mir den _Finger in den Hals, doch es gelang mir nicht sofort, denn mein Eckel war größer! Doch immer wieder sagte die Stimme:" Du bist fett! Er wird sich eine andere suchen!" Ich steckte mir den Finger wieder und wieder in den Hals, bis ich mich übergab und alles ausbrach, was ich in meinen Wahn in mich reingeschaufelt hatte!
10 Minuten später lag ich zusammengerollte auf den kalten Fliesen im Badezimmer und versuchte zur Besinnung zu kommen. Ich mußte alles ungeschehen machen,bevor er zurück kam! Ich duschte kalt und schlüpfte in Jogginghose und T-Shirt und steckte meine Wäsche in die Waschmaschine. Ich putzte mir drei mal die Zähne, weil ich Angst hatte man könnte es riechen, dann entsorgte ich den Müll und wischte den Boden. Dann ging ich ins Bett und hoffte,m daß er keinen Hunfger hatte,wenn er nach Hause kam.
Ich hörte wenige Stunden später die Schlafzimmertür. Ich roch den Alkohol und den Rausch und hätte ich noch was im Magen gehabt zum überrgeben, hätte ich es vermutlich getan. Ich tat als ob ich schlief und für ihn schien es okay. Er schlief noch,als ich morgens um 6 Uhr aufstand und zum joggen ging. Er schlief immer noch,als ich vom Supermarkt kam und den Kühlschrank aufgefüllt hatte. Er schlief immer noch,als ich das Frühstück fertig hatte und mit meinem Kaffee am Tisch saß. Erst gegen Mittag betrat er die Küche und setzte sich wortlos an den Tisch. Nach einer ganzen Weile fragte er:" Willst du nichts essen?" " Ich habe schon," antwortete ich ohne ihn anzusehen. Es war meine erste Lüge, die ich wegen ihr tat und es sollte nicht meine letzte sein.

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Re: Mein Leben...

Beitrag von Kimama am Do Mai 13, 2010 8:58 pm

Fünf Wochen waren vergangen und ich fühlte mich besser den je. Ich hatte 8 Kilo abgenohmen mit eiserner disiplin, wie ich allen versuchte einzureden. Die Wahrheit schlummerte tief in mir. Sie hatte besitz von mir ergriffen und er, mein heißgeliebter Freund? Dem war alles egal gewesen in den letzten Wochen. Ich hatte mich fertig gemacht, für einen gemeinsamen Abend mit Freunden. Er sah mich fragend an, als er in der Schlafzimmertür stand. " Was wird das, wenn es fertig ist?" " Wieso? Ich dachte wir gehen aus!" Er war bereits fertig gestylt und ich war auch bereit nur noch meine Jacke überzuwerfen. " Du glaubst ich nehm dich so mit?" Ich betrachtete mich im Spiegel, was war an mir auszusetzten? Ich war nicht dünn, okay, ich konnte noch mehr abnehmen, aber ich war schlanker als vor fünf Wochen und ich hatte es verdient mit ihm auszugehen, schließlich hatte ich am Tag gehungert, damit ich am Abend einen kleinen Salat essen konnte, so wie immer in unserem Lieblingsrestaurant. " Ich habe nicht vor dich mitzunehmen," sagte Patrick, wärend er bereits auf den Weg in den Flur war. Ich wollte nicht zu Hause bleiben, ich wollte mit ihm ausgehen, deswegen ging ich ihm hinterher und fragte noch einmal," Niehmst du mich bitte mit?" " Nein," sagte er kurz und knapp und nahm die Schlüssel vom Schlüsselbrett. Ich bettelte ihn an, denn ich wollte nicht zu Hause bleiben. Er lachte laut auf," Hör auf zu betteln, du bist erbärmlich!" Ich weinte und noch bevor ich reagieren konnte, sah ich wie er sich umdrehte und bereits im nächsten Moment sah ich seine Faust auf mich zukommen und ich schmeckte das Blut in meinen Mund. Ich sackte auf den Boden zusammen und blieb weinend liegen. Meine Nasde blutete und tat entsetzlich weh. Er kniete sich neben mir und zischte mir ins Ohr, etwas was ich nie in meinem Leben vergessen werde," Nun nehm ich dich erstrecht nicht merh mit, aber das verstehst du doch ganz bestimmt, mein Schatz!" Er lachte kurz verächtlich auf, dann sagte er," Und mach keine Flecken in den Teppich!" Mit diesen Worten war er aus der tür und ich hörte, wie die Wohnungstür abgescvhlossen wurde. Ich lag auf den Teppich und versuchte mit meiner Jacke das Blut aufzufangen,damit der Teppich sauber blieb.
Ich lag da, ohne zu wissen,wie es weitergehen sollte. Der Mann den ich liebte, mit den ich mein Leben verbringen wollte, zog gerade das unsichtbare Seil immer fester, das er um meinen Hals gelegt hatte, und er würde es zuziehen, bis ich keine Luft mehr haben würde um zu atmen. Ich stand auf und ging ins Bad. Nachdem die Blutung gestillt war und ich kurz geduscht hatte, wurde mir langsam klar, was wirklich wichtig wurde in meinem Leben. Ich wollte nicht vor mich hinvegetieren, ich wollte leben! Ein Leben haben ohne Schläge, ohne Demütigungen , ohne Angst!
Ich würde gehen und zwar gleich morgen früh! Ich zog Jogginganzug an und packte meine Tasche und stellte sie in den flur. Dann ging ich ins Bett und schlief ein.
Mitten in der Nacht wurde ich durch heftiges Rütteln geweckt. " Was sol der scheiß?" schrie er mich an. Natürlich wußte ich was er meinte." Ich geh, gleich morgen früh!" stotterte ich und versuchte selbstbewußt zu wirken, als mir der Geruch von Whisky und Rauch in die Nase stieg. " Du gehst nirgendswo hin ohne mich!" zischte er in einem Ton, der mir wirklich Angst machte. Patricks Augen funkelten in einer Art, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Sie machten mir Angst,denn sie wirkten teuflisch, fremdartig, anders als je zuvor. " Du bist das letzte, was ein anderer Mann haben will, du kannst froh sein das du überhaupt jemanden abkriegst!" Er packte mich grob am Arm," Du gehörst mir!" Was in dieser Nacht noch passierte, will ich nicht mehr wissen, vielleicht kann ich mich auch nicht wirklich dran erinnern. Vielleicht habe ich es einfach über mich ergehen lassen und aus Angst mich nicht gewehrt, vielleicht habe ich mich gewehrt. Ich weiß es eigendlich nicht mehr genau, doch was ich weiß, ist das mir noch nie ein Mann so weh getan hat, wie er damals und ich dachte es könnte alles nicht schlimmer kommen. Doch da sollte ich mich irren!
Ich blieb bei ihm, doch nicht weil ich es von ganzen Herzen wollte, sondern aus Angst. Purer Angst vor dem was passieren würde, wenn ich noch mal versuchen würde zu gehen.

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Re: Mein Leben...

Beitrag von Kimama am Do Mai 13, 2010 8:59 pm

Ob mein Leben so blieb wie es vorher war? Eigendlich nicht. Ich wurde immer mehr zu einer Maschine, die einfach versuchte zu funktionieren. Ich erlernte irgendwie, meine Verlezungen zu vertuschen oder Ausreden zu erfinden, warum ich mal wieder ein blaues Auge hatte oder einen gebrochenen Finger. Ob wirklich mir alle glaubten, weiß ich nicht, aber zumindestens sagte niemand etwas zu dem ganzen. Alle taten das, was sie am besten konnten, schweigen und über die eindeutigen Zeichen hinwegsehen.
Ich war mit meiner " Freundin" mittlerweile sehr vertraut und immer wenn ich in den Spiegel sah, sagte sie mir wo ich noch immer zu fett war. Mit meiner neuen Kleidergröße 34 war sie noch lange nicht zufrienden und wenn ich ehrlich war, war ich es auch nicht. Aber warum ich es nicht war, weiß ich nicht genau. War es sie dich mich so sehr beinflusste oder vielleicht der Punkt das Patrick mich nur dann ansah oder sich mir näherte, wenn er besoffen war und Sex wollte.
Es war Samstag abend als ich im Badezimmer stand um mich für einen Clubbesuch mit ein paar Freundinnen fertig zu machen. Wirklich gesagt hatte ich es ihm noch nicht, denn ich hatte mich irgendwie nicht getraut.Nun war es an der Zeit Farbe zu bekennen, denn er betrat gerade die Wohnung. " Was machst du denn da?" fragte er mit einen kurzen Blick ins Badezimmer. " Ich geh heute abend mit Melli und Lara aus." sagte ich und erwartete eigendlich Geschrei. Verbote, Erniedrigungen, irgendwas böses, aber ganz im Gegenteil. Er war relativ locker und schien sich zu freuen," Sehr gut, das du mal wieder ausgehst!" Mit diesen Worten verschwand er. Ich ging hinter ihm her in die Küche, wo er gerade eine Flasche Sekt in den Kühlschrank stellte. Er ging an mir vorbei ins Badezimmer und sah noch einaml aus der Tür, als er sagte," Wäre nett wenn du heute nacht auf den Sofa schlafen würdest, ich erwarte Besuch!" Mit diesen worten ging er unter die Dusche und ich hörte relativ entspanntes Singen aus dem Badezimmer. Ich ging am Wohnzimmer vorbei und nahm meine Jacke vom Hacken, dabei warf ich einen kurzen Blick in das Wohnzimmer und dachte kurz über die Kerzen nach, die auf den Tisch standen. Wirklich Gedanken machte ich mir erst, als ich im Clubwar und mir irgendwie bewußt wurde, was gerade in unserer Wohnung passierte. Ich betrank mich an diesem Abend. Ich trank soviel, daß ich nicht mehr weiß, wie ich nach Hause kam. Ich stolperte die Treppe hinauf und fiel auf das Sofa. Ich zog mir die Decke über den Kopf, um nichts zu hören. Egal was ich hätte hören können, ich wollte es nicht. Ich wollte nichts hören, nichts sehen und auch nicht wissen, was um mich herrum passierte, doch alles konnte ich nicht verdrängen. Einige Geräusche drangen in mein Ohr, doch ob ich sie mir nur einbildete, kann ich heute nicht mehr sagen.

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Re: Mein Leben...

Beitrag von Kimama am Do Mai 13, 2010 9:01 pm

Die Sonne schien bereits, als ich den Geruch von frischen Brötchen und Kaffee roch. Ich traute mich nicht die Augen zu öffnen, außerdem hatte ich starke Kopfschmerzen, die wohl eindeutig von dem letzten Sekt gekommen waren, den ich in der Nacht in mich reingeschüttet hatte. " Guten Morgen, mein Hase," ich hörte es, aber er meinte bestimmt nicht mich. Ich zwinkerte kurz und sah Patrick in der Tür stehen. " War wohl echt spät letzte Nacht, mein Engel." Er ging zum Fenster und öffnete es, während ich aufsah und einen kurzen Blick in den Flur warf. Ich versuchte über alles nachzudenken, doch in Wirklichkeit ging das noch nicht. Ich stand langsam auf und ging schlürfend zur Küchentür, die verschlossen war, was mich dahinter erwartete, konnte ich nur erahnen. Ich atmete tief durch und machte mich auf alles gefasst, was mich erwarten würde. Ich schloß kurz die Augen, doch als ich sie wieder öffnete, erschrack ich innerlich. Der Tisch war reich gedeckt, meine Lieblingsbrötchen standen in einen Korb auf den Tisch und er stand am Herd und machte Rühreier. Ich sah mich kurz um und stammelte dann leicht irritiert:" Ich geh ins Bad!" Ich drehte mich um und ging ins Badezimmer, wo ich eigendlich seine "Freundin" vermutete. Doch zu meiner Überraschung, war da niemand. Ich sah mich verwirrt im Spiegel an und sah ,was keiner vermutlich sah, ich hatte ganz schön fette Oberschenkel. Ich ging zurück in die Küche und setzte mich immer noch verwirrt an den Tisch. Patrick goß mir Kaffee ein und reichte mir den Korb mit den Brötchen, wo ich nur wiederwillig eins nahm. Wir aßen und unterhielten uns und fast vergaß ich alles, was er mir in der letzten Zeit angetan hatte. Fast hätte ich sogar die Nacht zuvor vergessen, aber nur fast. Ich war hin und her geriessen, zwischen Liebe und Hass. Ich wollte ihn hassen, doch irgendwas tief in mir liebte ihn. Liebte diesen Mann, der mein erster war und den ich seit meinem 14 Lebensjahr so sehr liebte. Er reichte mir ein zweites Brötchen und ich nahm es, obwohl in meinem Kopf die Tabellen mit Kalorienzahlen geisterten und SIE mich immer wieder warnte, nicht zuessen.
" Laß uns bummeln gehen, es ist verkaufsoffner Sonntag und wir könnten uns mal in Ruhe umsehen," schlug er vor. Was war mit ihm los? Plagte ihn das schlechte Gewissen? Wir waren schon Ewigkeiten nicht mehr zusammen in die City gegangen um zu shoppen. Ich sprang überglücklich ins Bad, um zu duschen, während er die Küche aufräumte. Ich zog mich aus und war gerade im Begriff unter die Dusche zu gehen, als mein Blick, wie zufällig in den Spiegel fiel. War da nicht ein Bauch? Ich drehte mich zur Seite um mich besser ansehen zu können und tatsächlich, ich hatte einen Bauch, alsob ich schwanger war. Ich sah unmöglich aus. " Doch ein Brötchen zuviel," flüsterte ich mir selber zu. Wie in Trance stellte ich die Dusche an, ohne mich unter zu stellen und erbrach alles was ich zum Frühstück gegessen hatte. Ich duschte schnell und spülte mir den Mund mit Mundwasser aus, das ich nicht in Wasser auflöste.

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Re: Mein Leben...

Beitrag von Kimama am Do Mai 13, 2010 9:01 pm

In der Stadt angekommen, bummelten wir durch die Strassen und schauten in viele Schaufenster, bis wir vor einem zum Stehen kamen. " Wie findest du den Ring?" fragte er ohne mich anzusehen und zeigte auf einen kleinen Ring mit Brillianten in der auslage. " Der ist hübsch," antwortete ich unsicher, denn ich wußte nicht wirklich, was die Frage zu bedeuten hatte. Wollte er sich über mich lustig machen oder meinte er die Frage ernst? Er zog mich in den kleinen Juwelierladen und der Verkäufer brachte uns den Ring. Patrick steckte ihn mir an den linken Ringfinger und lächelte leicht versonnen. Dieses Strahlen in sienen Augen, hatte ich schon lange nicht mehr gesehen. Es waren die Augen in die ich mich verliebt hatte und in die ich nun wieder sah und mich neu verliebte. Er lächelte," Du weißt nicht was heute für ein Tag ist?" Ich schüttelte den Kopf und versuchte mich zu erinnern, welchen Tag ich mal wieder vergessen hatte. Seitdem ich meine neue " Freundin" kannte, vergaß ich immer öfter etwas und war mir manchmal nicht mal sicher, ob ich nicht meinen eigenen Geburtstag vergessen könnte. " Wir sind heute drei Jahre zusammen," er lächelte leicht verständnisvoll und strich mir sanft übers Gesicht, dann kniete er nieder und ich erahnte nur, was gerade passierte. Ich hörte ihn fragen," Willist du mich heiraten?" Ich wußte ich würde diese Frage im nächsten Moment beantworten. Ich würde ja sagen zu dem einzigsten Mann in meinem noch so jungen Leben. Ich würde ja sagen zu einem Mann, der mich gedemütigt, verletzt und ignoriert hatte. Doch ich würde auch ja sagen zu dem Mann, der mein Leben war. Der Mann , mit dem ich mein Leben verbringen wollte, mit dem ich alt werden wollte. Ich liebte ihn, so unglaublich es für einige klingen mag und selbst ich bin heute irgendwie fassungslos über die Gedanken ,die ich damals hatte, aber ich wünschte mir ein Leben mit ihm.
Die Angestellten des Ladens sahen uns erwartungsvoll an, denn ich hatte immer noch nicht geantwortet. " Ja," flüsterte ich und gab ihm einen Kuß. Als das Personal mit uns anstieß, dachte ich:" Du machst das Richtige Kathrin!" Als der Chef des Ladens etwas über seine Ehe berichtete dachte ich:" Du kriegst eh keinen anderen!" Und als wir den Laden händchenhaltend verließen, dachte ich: " Es kann nur noch besser werden!" Doch da sollte ich mich irren!

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Re: Mein Leben...

Beitrag von Kimama am Do Mai 13, 2010 9:02 pm

" Kathrin, das Kleid sieht unmöglich aus!" fluchte meine Mutter in der Umkleidekabine. Es war nur noch 1 Woche bis zu unserer Verlobungsfeier und meine Mutter hatte sich in den Kopf gesetzt mit mir einen Einkaufsbummel zu machen. Ich hatte eigendlich keine Lust, denn ich hatte bereits ein Kleifd und die vielen Spiegel in den Geschäften waren mir ein Grauß. Jeder dieser spiegel, zeigte mir immer wieder, daß iuch eindeutig zu fett war. " Mutti, das Kleid ist super!" ich wollte nur rauß aus diesem Laden und am besten nach Hause, bevor meine Mutter noch auf die Idee kasm zu unserem Lieblingsitaliener zu gehen. " Laß uns was essen gehen, Kmein Kind!" sagte sie, als sie mit dem Kleid zur Kasse ging. Oh Gott, genau das hatte ich befürchtet. Ich wollte in das neue Kleid passen und da fehlten noch drei Kilo, wie sollte ich die loswerden, wenn ich mir nun die Lasagne reinzog? Jeder Spiegel schrie mich an, an dem ich vorbei ging. Ich wollte nicht hinsehen, doch ich es sah es aus den Augenwinkeln. Ich sah entsetzlich aus, und mußte doch in die 32er Größe des Kleides paßen. " Mama, eigendlich hab ich keinen Hunger!" " Hast du überhaupt mal Hunger? Wir gehen zu Marian ins Restaurant, ob du willst oder nicht!" Kurz um, ich saß notgedrungen wenig später an unserem Stammtisch und der Kellner Jan, brachte uns die Karte." Eigendlich brauchsrt du die doch garnicht," sagte Jan mit einem Augenzwinkern. Ich versuchte zu lächeln und doch wurde mir übel bei den Gedanken an die Lasagne , e ich immer aß. Wir starrten in die Karte, wärend Jan die Getränke aufnahm," Ich nehm ein Wasser, stilles bitte," flüsterte ich kaum hörbar. Jan zog eine Augenbraue hoch und ging zum Tresen, als er wieder kam bestellte meine Mutter als erstes, ich sah immer noch auf die Karte. Ich konnte die Lasagne nicht essen, ich war zu weit weg, von meiner Wohnung, ich konnte es nicht schaffen, die Kalorien rechtzeitig los zu werden, damit sie nicht in Fett umgewandelt wurden, deswegen sagte ich," Einmal die 2 bitte." Ich klappte die Karte zu. Jan sah mich erwartungsvoll an. " Nur die Suppe?" " Ja, ich hab keinen Hunger!" Er nahm die Karten und ging zur Küche, meine Mutter unterbrach die Stille an unserem Tisch," Stimmt irgendwas nicht mit dir?" Ich schüttelte den Kopf," Im moment hab ich irre viel Stress , die Gesellenprüfung und die verlobung und seine Eltern nerven schon wegen Hochzeit, noch bevor wir offiziell verlobt sind." " Du bist sehr dünn!" Ich sah hinaus und strich die Tischdecke glatt während ich sprach," Ich war schon immer dünn Mama." " Oma macht sich Sorgen," begann sie. Es nervte mich, daß alle sich anscheinend sorgen machten. " Braucht sie nicht und du auch nicht! Mir geht es gut, es ist nur alles etwas viel Stress, das wird sich alles wieder ändern." Ich war froh das unser Essen kam und wir beim Essen eh nie viel sprachen. Genauso froh, war ich ,als wir danach getrennte Wege gingen und ich durch die schmallen Gassen der Altstadt zurück nach Hause konnte. Ich sah in die Auslagen der Geschäfte und bleib bei einem Schaufenster hängen. Alles voller Süßigkeiten. Ich ging hinein und streifte durch die schmalen Gänge. Gummibärchen, das ging, nur eine handvoll oder zwei.
10 Minuten später stellte ich die Süßigkeiten auf den Verkaufstresen und bezahlte. " Da wird die Kinderparty aber süß werden," lächelte die Verkäuferin, denn in meinen Tüten waren nicht nur Gummibärchen gelandet.
Zu Hause angekommen, kippte ich alle Tüten auf den Fussboden aus und holte eine Flasche Cola aus dem Kühlschrank. Dann aß ich alles was da war. Gummibärchen, Schokotiere, Lakritzstangen, Salziges, Saures, Süßes, alles schlang ich hinunter und was nicht runterging, spülte ich mit Cola hinunter. Kauen, dafür war keine zeit, es ging irgendwie nicht um den Genuß, es ging um das Essen. Ich mußte es Essen, es ging nicht anders. Aber wieso nannte ich es essen? Es war kein Essen, es war wie eine Fressorgie, die nur 10 Minuten anhielt. Innerhalb von 10 Minuten verschlang ich alles. Ich stand auf uns ging ins Badezimmer, nachdem ich das letzte Stück mit Cola runtergewürgt hatte. Wie automatisch kam alles wieder herraus. Den Finger in den Hals stecken mußte ich schon lange nicht mehr, allein der Gedanke an Essen und Fett und zuckergehalt, brachten mich dazu mich zu übergeben. Und was tat SIE, meine beste Freundin? Sie applaudierte mir und freute sich mit mir, daß ich an meiner Verlobung in die 32 Größe paßte.

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Re: Mein Leben...

Beitrag von Kimama am Do Mai 13, 2010 9:03 pm

Der Tag war da und wir feierten in unserem Stammrestaurant mit vielen Freunden und Verwanten unsere Verlobung. Ich hatte mich an dem tollen,reichhaltigen Büffet natürlich nicht bedient, was ich auf die Aufregung schob. Dafür hatte ich umsomehr an der Bar zugegriffen, vielleicht mehr als mir gut tat! Ich beobachtete den ganzen Abend Patrick und die Kellnerin, die irgendwas zutuscheln hatten. Ich war leicht irritiert, als sie in Richtung Toilletten verschwand, just in dem Moment als auch er dorthin verschwunden war. Sollte ich hinterher gehen? Würde er mir soetwas an diesem Tag antun? Nein, so weit würde er nicht gehen, da war ich mir eigendlich Sicher. Aber ein kleiner Funken Mißtrauen war dabei und so stand ich wankend auf und ging Richtung Toilletten. Ich kam um die Ecke und sah es auch schon. Sie war gegen die Wand gelehnt und er hatte seine Hose offen und hob ihr Bein an, sein Gesicht in ihren sehr üppigen Brüsten vergraben. Ich wußte nicht was ich machen sollte, sie hatten mich nicht gesehen und ich ging zurück in den Veranstaltungsraum. Ich griff nach einer neuen Flasche Sekt und goß sie in mich rein. Ich wollte nicht mehr denken und ich wollte nichts mehr fühlen, ich wollte alles vergessen,damit es nicht mehr wehtat! Ich weiß nicht wie lange es dauerte, bis er zurück an den Tisch kam und mich grob am Arm hochrieß. " Du bist stinkbesoofen, laß uns gehen!" zischte er mir ins Ohr. Wir verabschiedeten uns und fuhren Heim. Wir redeten nicht im Auto und auch nicht zu Hause. Wir redeten eigendlich nie über unsere Feier und was an diesem Tag passierte!

" Kathrin, alles klar?" ich übergab mich und hörte nebenbei die Stimme meiner Chefin, die vor der Toillettentür auf und ab lief. Irgendwas stimmte nicht mit mir, ich übergab mich, obwohl ich nichts wirklich schlimmes gegessen hatte. " Wir fahren zum arzt, es ist eh nicht viel los," rief mir meine Chefin zu und ich konnte mich nicht wehren, denn schon wieder war mir übel und ich übergab mich, obwohl fast nichts mehr kam. " Nein, ich muß nur nach Hause mich hinlegen," stammelte ich,als ich mich auf einen Stuhl fallen ließ. " Quatsch, du bist krank!" Ich konnte nicht zum Arzt! Ich war nicht vorbereitet! Es ging nicht und auch meine innere Stimme, schrie, weil es einfach nicht ging. Der Arzt würde merken, daß ich zu dünn war und würde Stress machen oder schlimmer, eine kur vorschlagen. Er würde sowas schlimmes sagen, wie zunehmen! Ich konnte erst zum Arzt, wenn ich 3 Liter Selter getrunken hatte und ich griff nach der Flasche die auf dem Tisch stand, doch es war zu spät! ich saß im nächsten moment im auto unterwegs zum Arzt.
" Mh.. ich gebe ihnen eine Überweisung zum Frauenarzt!" Der Arzt schrieb auf einer Überweisung. Frauenarzt?`Was sollte das? Ich war erst vor zwei Monaten da gewesen, um mir die Pille zuholen. " Warum?" fragte ich zaghaft. " Weil sie in anderen Umständen sind," sagte er mit einem kurzen Blick über seine Brille." Das geht nicht, " stammelte ich ungläubig. Er lachte ," Seh ich anders, sie sind schwanger und ich hoffe für sie, daß sie ein bießchen Vernunft annehmen, weil mit dem Untergewicht, können sie keine Schwangerschaft schaffen." Ich verließ das Sprechzimmer und ging an meiner Chefin vorbei die mich auf der Strasse anhielt," Was ist los?" Ich hielt ihr die Überweisung hin. " Schwanger? Da wird sich dein Schatz aber freuen! Ich fahr dich zum Frauenarzt und im Anschluß nach Hause udn du göhnst dich mal ein paar Tage Urlaub!"
Der Frauenarzt bestätigte ,daß für mich unmögliche. Ich war in der 6 Wochen und bekam ein Baby. Auch der Frauenarzt wieß mich auf die Risiken bei meinem Untergewicht hin. Doch was sollte ich machen? Wollte ich das Kind überhaupt? Sollte ich mit diesem Mann ein Baby wollen? Und dann die große Frage,die fast sofort in meinen Kopf schoß und sich dort breit machte, wollte ich dick werden?
Verwirrt, aber irgendwie mit der Hoffnung das nun alles besser werden könnte, ging ich noch schnell ein Paar Babyschüchen kaufen und legte mich dann zu Hause aufs Sofa. Ich schlief ein und erwachte erst, als es dunkel geworden war.
Ich wollte gerade ins Schlafzimmer gehen, als ich das Blinken des Anrufbeantworters sah. " Hallo Kathrin, komme heute Nacht nicht nach Hause, wir sehen uns Morgen." Patrick hatte wohl in der Zeit angerufen, wo ich geschlafen hatte. Ich ging etwas traurig ins Bett und wartete am nächsten Tag auf ihn."Was machst du denn schon hier? Hast du frei?" fragte er mich entgeistert. Er gab mir einen flüchtigen Kuss. Und schmiss sich auf das Sofa. "Ich hab frei bekommen heute! Wir müssen reden!" Ich sah ihn an und wartete auf eine Reaktion, denn er betrachtete die Schühchen auf den Tisch. "Wer kriegt ein Kind?" fragte er nach kurzem überlegen. Ich wußte nicht, ob es richtig war, aber ich reagierte einfach und antwortete kurz und knapp: "Wir!" Ich sah ihn an und wartete… auf was? Ich weiß es nicht! Es war mir egal, ob er wütend wurde oder sich freute, aber ich wollte eine Reaktion. Er sah nachdenklich aus. Dann stand er auf, gab mir einen Kuss und sagte beim rausgehen: "Schön Schatz! Ich freu mich!" dann verschwand er ins Bad und ging duschen.

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Re: Mein Leben...

Beitrag von Kimama am Do Mai 13, 2010 9:04 pm

Drei Monate waren vergangen und wir hatten uns immer noch nicht über das bevorstehende Wunder unterhalten, daß sich prächtig bei mir im Bauch ausbreitete. Irgendwie schien er sich zu freuen, denn er selber erzählte es Freunden und Bekannten. Meine Mutter war etwas überrascht, doch nahm sie es hin.Meine Übelkeit war verschwunden und ich fühlte mich besser den je. Ich nahm zu und mein Bauch wuchs, kurzum ich war schwanger und verdammt stolz darauf. " Ich bin zu Hause, " hörte ich ihn. Patrick trat ins Wohnzimmer, wo ich auf den Fussboden saß und in Babykatalogen blätterte. Er gab mir einen kurzen Kuss und setzte sich neben mich. " Sag mal, Michael fragte heute, ob wir wissen was es wird. Wissen wir es?" Er blätterte in einem Katalog. " Wissen nicht, aber ich glaub es wird ein Mädchen," antwortete ich und betrachtete die Kinderzimmer im Katalog vor mir. " So ein Frauen-Gefühls-Ding, richtig?" fragte er mit einem breiten Grinsen, auf das ich nur nicken konnte. Wir betrachteteten gemeinsam die Kinderzimmer und einigten uns an diesem Tag nicht nur auf ein schlichtes Kinderzimmer in Natur, sondern auch auf den Namen, Natascha.
Zwei Tage später wurde vieles in meinem Leben zu nichte gemacht. Vorallem aber verlor ich den Glauben an Gott. Wenn es einen Gott geben würde, dann hätte er mich nicht so leiden lassen, wie in dieser schrecklichen Nacht. Es war zwei Uhr Morgens als ich durch Bauchschmerzen aufwachte. Ich stand auf und machte das Licht an und schrie. Ich schrie so laut, wie ich glaube ich , noch nie in meinem Leben geschrien hatte. Blut auf meinem Bett und ich weiß nur noch, daß die Schmerzen so stark waren, daß ich zusammen brach. Ich weiß vieles von dieser Nacht nur noch schemenhaft. Wie in einem schlechten Film, einzelnde Sachen. Helles Licht, Patrick, meine Mutter, weiße Lacken, grüne Kittel.Ein Alptraum wurde war. Als ich am Morgen in einem Bett erwachte und Patrick im Stuhl neben mir sah, faßte ich wie im Trance auf meinen Bauch. Ich schrie, ich weinte und auch Patrick weinte. Niemand konnte meinen Schmerz stillen. Niemand konnte mich wirklich verstehen. Ich hatte mein Baby verloren und ich wollte zu ihr. Ich wollte sie halten, sie streicheln, sie nur einmal berrühren. Natascha , mein kleiner Engel, war von mir gegangen und würde nie wieder zu mir zurück kommen.

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Re: Mein Leben...

Beitrag von Kimama am Do Mai 13, 2010 9:05 pm

Mein Leben hatte sich in dieser Nacht verändert. Ich wollte nicht mehr leben. Ich bestrafte mich für etwas, wofür ich eigendlich nichts konnte. Doch auch Patrick und seine Eltern gaben mir die Schuld an der Todgeburt unserer Tochter. Ich war Schuld, daß dieses kleine Wesen niemals lachen würde, niemals einen Schrei getan hatte. Ich war Schuld und ich wollte leiden. Ich hatte zweimal darüber nachgedacht zu sterben, aber so einfach wollte ich es mir nicht machen. Ich wollte leiden, wirklich leiden und das tat ich auch. Mein Gesellenbrief war da, doch der lag in der Ecke, ich konnte und wollte nicht arbeiten gehen. Mein Leben bestand darin zu essen und zu erbrechen und meiner besten Freundin zuzuhören, die mir unaufhörlich sagte, wie schlecht ich war. Und ja, das war ich! Schlecht! mehr als schlecht! Ich hatte es nicht verdient glücklich zusein! 10 Kilo leichter und nicht mehr ganz bei Sinnen, entschied ich mich Patrick entgültig zu verlassen. Ich hatte meine Tasche in der Hand und wartete auf meinen Bruder, der mich abholen wollte, als er klingelte und ich ihn durch die Glasscheibe der Eingangstür sah, stand ich am oberen Ende der treppe. Patrick ließ mich gehen. Er verabschiedete mich und ich war gerade im Begriff die Treppe hinunterzugehen, in ein noch grausameres Leben, als ich einen hefitgen Stoß spürte. Ich fiel und ich hörte meinen Bruder rufen. Ich sah Patrick über mir und im selben Moment sah ich seinen Kampfstiefel auf mich zu kommen. Ich hielt schütztend meine Hände vor mein Gesicht. Was ich dann noch weiß ist das ich Blut schmeckte, viel Blut, bis ich besinnungslos wurde. Ich verließ zwei Wochen später das Krankenhaus in meine neue Wohnung, mit dreifach gebrochenen Jochbein, Nasenbeinbruch, genähten Wunden und Rippenbrüchen, die nur langsam verheilten, aber vermutlich hatte ich es nicht anders verdient.Mein Leben sollte neu beginnen, doch ich wollte nicht das es began. Ich wollte es eigendlich beenden, doch fehlte mir irgendwie der Mut, den letzten entscheidenden Schritt zutun. Ich hungerte mich auf "stolze " 36 Kilo runter. Und obwohl ich nur noch aus Haut und Knochen bestand, war ich immer noch in der Lage, Fett zu sehen, wo garkein Fett sein konnte. Mein Leben bestand aus Tabellen, Essen, Waage, Übergeben. Ich war schon lange nicht mehr wirklich in der Lage alleine einkaufen zu gehen, geschweige denn, die Treppe hinunter zu gehen, um frische Luft zu schnappen.
Es war der 3. Dezember und es schneite, als meine Mutter mit einem Richter, Polizei und Sanitätern kam. Sie hatte mich entmündigen lassen, um mich zwangseinzuweisen. Ich war zu schwach um mich zu wehren, zu schwach um überhaupt irgendetwas dagegen zutun. Ich ließ es geschehen. Es war kalt, an diesem Wintertag, als meine Mutter weinend zusah, wie ich, ihre einzigste Tochter, von Sanitätern in einen Krankenwagen getragen wurde. So zerbrechlich, so krank und doch so voller zorn gegen mich selber. Der Schnee fiel leise, als der wagen zur geschlossenen Abteilung fuhr und ich an Natscha dachte, die auf diesen Unigelände gestorben war. Ich versuchte in Gedanken mich zu wehren, als ich an diesem Tag an ein Bett fixiert wurde, und nicht mehr wirklich wußte, was als nächstes passieren würde.


Zuletzt von Kimama am Do Mai 13, 2010 9:14 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Mein Leben...

Beitrag von Kimama am Do Mai 13, 2010 9:07 pm

Ob ich die ersten Tage wirklich wahrnahm oder nur bemerkte weiß ich nicht mehr. Ich hatte versucht mich gegen die Zwangsernährung zu wehren und hatte versucht mir die Schläuche rauszureissen, die mir die nötigen Aufbaustoffe und unnötigen Kalorien in meinen Magen brachten. Ich fühle noch heute manchmal nachts, den Schlauch in meiner Nase und fühle noch heute manchmal, dieses ecklige und doch befreiende Gefühl, wenn der Schlauch entfernt wird. Einige Tage waren bereits vergangen , als ich zum erstenmal wirklich bewußt die Menschen um mich rum wahrnahm. Die Tür sprang auf und ein Mädchen, vielleicht gerade mal 15 betrat den Raum. Sie hatte Sommersprossen in ihrem schönen schlanken Gesicht. Ihre roten, langen Haare hatte sie zu einem Zopf geflochten und in ihren Joggingsachen sah sie etwas dick aus. Sie zog sich einen Stuhl ans Bett und setzte sich, ohne etwas zu sagen. Sie starrte mich an und fing nach einiger Zeit anzulächeln. " Ist doof, wenn man angestarrt wird,oder?" Ich sah zum Fenster hinaus, ich wollte nicht reden und erstrecht nicht mit jemanden der dick war. Dicke Menschen waren für mich Menschen, die keinen Funken Verstand hatten und nicht wußten was sie ihrem Körper mit dem Fressen antaten. " Ich hab auch nicht geredet," fuhr das Mädchen unbeirrt fort." Es bringt dir nichts. Sie reden solange mit dir, bis du irgendwann redest. Mein Name ist Jessica, kannst mich aber Jessi nennen, wenn du irgendwann mal redest." Sie ging mir auf die Nerven. Ihre Stimme wollte nicht aufhören zu reden. " Ich bin seit 6 Wochen hier und nicht das erstemal," lachte sie." Ich komme immer wieder, wenn Anna wieder zugeschlagen hat. Du kennst Anna?" Ich sagte immer noch nichts, warum auch, natürlich kannte ich Anna, Anna war die beste Freundin von meiner Freundin. " Ich habe Magersucht," fuhr sie fort und es war das erstemal das ich lachen mußte, dieses dicke Mädchen hatte Magersucht, daß sollte ich glauben? Heute weiß ich, daß Jessi nicht dick war. Sie hatte noch immer Untergewicht an diesem Tag, als ich sie kennenlernte. " Ich habe auch so reagiert am Anfang, wenn ich die Mädchen hier sah, die gesund wurden. Man denkt sie sind alle dick, aber ich zeig dir mal was." Sie reichte mir einen Handspiegel." Den kannst du behalten. Schau dich an, du bist dünn, entsetzlich dünn. Du wirst sterben, wenn du dich nicht beandeln läßt." Mit diesen Worten verließ sie das Zimmer und ließ mich allein mit einer Aussage und dem Spiegel und mit beidem wollte ich nichts zutun haben. Ich war nicht zu dünn und vielleicht wollte ich sterben, woher sollte ich das wissen? Ich wußte eigendlich garnichts mehr, mein Kopf war leer . Ich versuchte mit einer Hand den Spiegel zu greiffen, doch es gelang mir nicht wirklich, denn meine Händen waren immer noch fixiert. " Soll ich ihnen helfen?" Die Stimme eines jungen Mannes rieß mich aus meinen Gedanken.Als ich hochsah, sah ich in die schönsten blauen Augen, in denen ich jemals gesehen hatte. " Ich mache ihre Hände los, aber nur wenn sie mir versprechen, daß sie die Finger von den Schläuchen lassen!" Ich nickte und griff nach dem Spiegel, als meine Hände frei waren. Der junge Mann stellte eine flasche Selter auf den Tisch neben mir. " Das bin nicht ich!" schrie ich entsetzt auf. " Ich bin nicht so dünn!" Der junge Mann setzte sich auf den Stuhl und lächelte. " Ich bin Lars und immer für sie da. Und leider sind sie die Frau im Spiegel, aber es ist gut, daß sie erkennen das sie zu dünn sind, daß ist immer der erste Weg zur Heilung." " Ich bin Kathrin, bitte sag Du zu mir!" er lächelte," Okay, Kathrin! Freut mich dich kennenzulernen und ich hoffe, daß wir gut zusammen arbeiten werden." Ich versuchte zu lächeln, doch bei dem Blick in den Spiegel, verging mir das Lachen. Ich sah zum erstenmal, was alle vor mir schon längst gesehen hatten, ich war dünn. " Ich bin dein Pfleger und am Tag immer für dich da.Solange du nicht drei Kilo zugenohmen hast, mußt du die Sonde behalten und ich hoffe, daß wir mit dem Essen bald anfangen können und du nicht so lange brauchst, um mit der Gewichtszunahme klarzukommen. Ich weiß es ist nicht leicht, aber du mußt es schaffen. So lange du nicht 15 Kilo zugenohmen hast, wirst du hier nicht entlassen." Ich nickte und verrsuchte mich an den Gedanken zu gewöhnen, doch meine Freundin im kopf zeigte mir bereits eine Lösung auf an die ich selber nicht gedacht hatte. Ich würde zunehmen um aus der klinik zu kommen, um dann wieder abzunehmen, vielleicht in einer anderen stadt wo mich keiner kannte.
Lars wurde zu meinem ständigen Begleiter, wobei mir oft seine Anwesenheit peinlich war. Er fütterte mich,wenn ich nicht essen wollte, er wechselte meine Wäsche, half mir beim waschen und hielt mich fest wenn ich heulen mußte. Doch immer häufiger unterhielt ich mich auch mit ihm. Im Gegensatz zu den Sitzungen mit den anderen "Insassen", redete ich in seiner Gegenwart immer häufiger. In den Gruppensitzungen sah ich, was aus mir geworden war. Immer häufiger war der Gedanke da, daß ich wirklich gesund werden wollte, daß ich tatsächlich krank war und ich nicht normal war, so wie die Stimme es mir immer wieder einreden wollte. Ich sah langsam ein, daß die für mich dicken Menschen, normalgewichtige Menschen waren und das die Mädchen , die mit mir in dieser Klinik waren, nicht ein Vorbild sein durften, sondern das sie, genauso wie ich schwer krank waren und dringend Hilfe brauchten. Wenige Wochen waren vergangen und ich saß neben Lars auf einer Bank im Park und starrte in der Gegend umher, als Jessi sich näherte und neben uns setzte. " Hallo, Sie sieht aber schon richtig gut aus." bemerkte sie ohne mich wirklich anzusehen. " ja, sie darf langsam auch Brei essen, es wird sie hat schon 1 Kilo zugenohmen," Lars lächelte leicht stolz. Irgendwie war mir diese Situation zu doof. Die Beiden unterhielten sich , als sei ich ein Baby ohne eigenen Willen und ohne eine Stimme. Ich sprang auf und wankte, " Ich bin hier, hört auf zu reden, als sei ich nicht da." schrie ich ziemlich wütend. " Sie kann reden," lächelte Jessi, mit etwas Erstaunen in den Augen. Sie stand auf und reichte mir die Hand," Gut, dann mal ganz von vorn. Mein Name ist Jessica, man nennt mich Jessi und ich bin Magersüchtig." Ich zitterte und doch wollte ich endlich den Mut haben und mir selber und allen anderen ,das gestehen, was alle schon lange wußten. " Mein Name ist Kathrin und ich habe Bullemie!" Mit diesen Worten brach ich zusammen und fiel in die Arme von Lars, der geistesgegenwärtig aufgesprungen war, um mich aufzufangen. Ich weinte , ich weinte vielleicht ein wenig um mich selbst, denn ich hatte lange Zeit nicht sehen wollen, was alle bereits seit langem gesehen hatten. Ich hatte nicht hören wollen, was alle mir schon lange sagten. Ich hatte viel zu lange die Augen verschlossen, vor dem was da schon lange war. Sie war nicht meine Freundin! Sie wollte mich nicht glücklich sehen! Sie hasste mich, fast so sehr, wie ich mich selber manchmal hasste!Doch ich wollte kämpfen! Ich wollte nicht schwach sein! Ich wollte leben, ein Leben haben, ohne sie!
Die folgenden Tage und Wochen wurden besser. Ich unterhielt mich viel mit Jessi und Lars wurde zu einem Freund, der mir Mut und Hoffnung gab.Ich nahm zu und war stolz, als mir die Magensonde entfernt werden konnte. Ich konnte nun endlich wieder leben und das wollte ich! Leben, auch wenn das Leben manchmal grausam wirkte. Ich schaute mittlerweile mit Stolz in den Spiegel, wenn ich wieder einmal es geschafft hatte, ohne Erbrechen über den Tag zu kommen. Mein Leben sollte neu beginnen!

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Re: Mein Leben...

Beitrag von Kimama am Do Mai 13, 2010 9:08 pm

Es waren zwei Monate vergangen, als Lars nicht wie gewohnt fröhlich am Morgen mein zimmer betrat. Er wirkte etwas abwesend.Ich hingegegen war wie fast jeden Morgen aufgedreht und sprudelte nur so über vor Energie, die ich neu gewonnen hatte. " Wir sollten und beeilen, Jessi wartet bestimmt schon, " sprudelte es aus mir herraus, während ich meine Haare bürstete, die langsam aufhörten auszugehen. Ich warf einen kurzen Blick in den Spiegel," Findest du nicht auch, daß Jessi irgendwie komisch ist, seitdem sie weiß, daß sie nach Hause kann?" Ich wartete auf eine Antwort, doch es kam keine. Ich drehte mich um und sah ihn direkt in die Augen. Die Tränen darin verrieten mir, daß irgendetwas nicht stimmte und ich ahnte, daß es was mit Jessi zutun hatte. " Was ist passiert?" fragte ich ihn eindringlich. " Es tut mir leid, Kathrin. Es war nicht absehbar, daß sowas passiert!" Ich hörte die Worte, doch ich verstand nicht, was er mir sagen wollte. Ich rannte los zu Jessis Zimmer, doch es war leer. Es roch nach Reinigungsmitteln und das Bett war abgezogen. Ich spürte seine Anwesenheit hinter mir und fragte ohne ihn anzusehen," warum ist sie einfach nach Hause, ohne sich zu verabschieden?" Ich spürte, daß etwas anderes passiert war, doch ich wollte nicht weiter denken. Er gab mir einen Umschlag, ich erkannte ihre Handschrift und als ich den Brief umdrehte, sah ich warum Lars immer noch Tränen in den Augen hatte. Er mußte versucht haben den Umschlag abzuwischen, doch was übergeblieben war, waren verwischte Blutspritzer, die nur erahnen ließen, was passiert war. Ich wollte atmen, doch es ging nichts mehr. Die Luft war nicht zu ertragen, mein Kopf dröhnte, mein Herz raste und meine Gedanken waren wirr. Ich rannte, ich rannte raus in den Park der Klinik und ich wollte nicht aufhören zu rennen, auch wenn ich wußte, daß ich nicht weit kommen würde. Ich hörte seine Stimme und ich wußte das er da war, doch meine Gefühle liessen ein Stehenbleiben nicht zu. Ich rannte und wollte allem entkommen. Warum nur, warum hatte sie das getan. Ich ließ mich auf einen Rasen fallen und nahm den brief aus dem Umschlag. Mir fiel die Kette in die Hand, die sie immer getragen hatte und begann zu lesen, obwohl ich alles nur verschwommen sah.
Liebe Kathrin,
ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Am Besten erzähl ich dir erstmal warum ich nicht nach Hause will. Mein Vater, er missbraucht mich, seit ich 10 bin. Deswegen habe ich Magersucht bekommen. Ich traue mich nicht es jemanden zu erzählen, denn mir wird eh niemand glauben. Gott, ich will nicht wieder krank werden. Ich weiß aber ich würde wieder anfangen zu hungern, um all das zu überstehen. Deswegen mache ich heute hier an dieser Stelle Schluß, für immer! Ich will das du es schaffst, bitte Kathrin! Du kannst es schaffen. Das Kreuz wird dir helfen, es wird dich beschützen, so wie es mich oft beschützt hat. Ich nehme es jetzt ab, denn sonst habe ich nicht den Mut es zu tun! Sei tapfer, werd gesund! Tu es für mich! Lebe dein Leben, werd glücklich und denk ab und zu an mich! Ich werde da oben irgendwo sein und auf dich aufpassen! Ich werde dich halten, wenn du Angst hast zu fallen! Ich werde dich tragen, wenn du nicht mehr weiterkommst! Ich werde dein ewiger Begleiter sein!
In Liebe Deine Jessi!!
P.S.: Der Lars ist verknallt in dich, der ist schon seit drei Wochen nicht mehr für dich zuständig! Schnapp ihn dir, er wird dir gut tun!



Ich klappte den Brief zu und spürte ihn hinter mir. Wir lagen gemeinsam im Gras und weinten, weinten um eine Freundin, die viel zu früh aus dem Leben ging, weil sie nicht über ihre Probleme zu reden wagte. Manchmal glaube ich, daß ich einfach zu sehr mit mir beschäftigt war und nicht gesehen hatte, daß es ihr nicht gut ging. Das sie sich versteckte hinter den Sommersprossen und dem frechen Lachen. Das sie einfach eine Kunst erlernt hatte, fast wie ich, die wahren Gefühle zuverbergen, damit niemand sich Sorgen machen mußte. Sie wollte vermutlich niemanden zur Last fallen, so wie ich niemanden zur Last fallen wollte. Doch manchmal ist es besser, jemanden zur Last zu fallen, bevor man untergeht. Doch ich hatte eins gesehen an diesem Tag, ich wollte es für sie tun, ich wollte leben und ihr beweisen, daß ich es konnte. Ich durfte zur Trauerfeier, mit Lars zusammen ging ich hin und weinte am Grab meiner Freundin, die bis heute in meinem Herzen ist. Ich trug die Kette und noch heute trage ich sie oft .

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Re: Mein Leben...

Beitrag von Kimama am Do Mai 13, 2010 9:09 pm

" Du siehst klasse aus," ich sah kurz in den Spiegel. Lars hatte versprochen mich abzuholen und in meine Wohnung zu bringen, denn ich hatte es endlich geschafft. Und es war auch Zeit, Farbe zu bekennen, denn nach all der Zeit, hatte auch ich bemerkt, daß da mehr war zwischen ihm und mir.
" Sag mal Lars?" " Ja," er sah verteufelt gut aus. Er hatte normale Klamotten an und saß auf dem Bett. " Werden wir uns wieder sehen? Ich mein, können wir und vielleicht mal treffen oder so?" Er lächelte etwas verlegen und sah nach unten," Heißt das, du möchtest ein Date mit mir?" Ich nickte, während er aufstand und auf mich zu kam. " Gerne, sehr gerne sogar," sagte er , als er direkt vor mir stand. Sein Lächeln, seine Augen, sein Duft, alles so vertraut und doch irgendwie neu. Seine Lippen kamen näher und ich schloß die Augen und ließ mich in ein neues Leben fallen, ein ganz neues Leben. Und ich wußte, mit diesem Kuß, daß mein Leben schön werden würde, mit ihm. Meine Vergangenheit, meine Krankheit, alles war so unwichtig, jetzt in diesem Moment.
Wir waren ab diesen Tag irgendwie, wie unzertrennlich. Wir verbrachten jede freie Minute zusammen und mir ging es von Woche zu Woche besser. Er ließ mir Zeit, alle Zeit ,die ich brauchte. Meißtens lagen wir nur so auf den Boden seines Wohnzimmers und malten uns unsere Zukunft aus. Wir verbrachten verliebte Monate und doch gab es dann einen Tag, der mein Leben wieder einmal auf den Kopf stellte. Der alles in Frage stellte, an was ich glaubte und der mich wieder einmal daran glauben ließ, daß Gott mich hassen mußte, aus welchen Gründen auch immer.
Es war 16.38 Uhr, als seine Mutter mich anrief und ich auf dem Flurboden meiner Tante zusammen brach. Ich weinte und auch der Himmel schien zu wissen, daß ich an diesem Tag weinen würde, denn es regnete an diesem Tag. Ich weinte und wollte nie wieder aufhören zu weinen, denn ich verlor an diesem Tag, den einzigsten Menschen, der mich am Leben erhielt. Lars starb an einem Dienstag nachmittag. Es war Herbst und es regnete in strömen, als ich die Wohnung seiner Eltern betrat, um das zu bekommen, was auf der Beifahrerseite seines Wagens gelegen hatte. Ich weinte, als ich die kleine Schachtel mit den ringen in der Hand hielt und die Inschrift laß: " Für immer vereint!" Ich wollte nicht mehr leben, als ich gestützt von meiner Mutter und meiner Tante, am Grab stand und nicht nur die Rose auf den dunklen Sarg mit den weißen Rosen warf. Ich warf meine Träume, meine Hoffnungen , mein Leben hinterher. Ich dachte nicht viel ,als ich wenige Tage später auf einer Brücke stand, um in den Tod zuspringen. Ich schaltete meinen Walkman an und wollte springen. Hätte Lars gewollt ,daß ich aufgebe? Hätte er gewollt, daß ich alles aufgebe, was wir gemeinsam erarbeitet hatten?

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Re: Mein Leben...

Beitrag von Kimama am Do Mai 13, 2010 9:10 pm

Ich glaube, daß ich damals das einzigst Richtige gemacht habe. Ich habe mich in die Klinik begeben, freiwillig. Ich habe mich mit dem Schicksal abgefunden, aber ich habe es nie wirklich verarbeitet. Wie auch? Doch ich glaube, daß all das mich stärker gemacht hat und das ich vielleicht ohne all diese Schicksalsschlägen, nicht die wäre, die ich heute bin. Ich habe zwei bezaubwernde Söhne und ein Leben ohne die Krankheit! Ich bin nicht vollkommen geheilt und wer glaubt, daß man komplett geheilt werden kann, der irrt sich gewaltig! Ich bin heute, wie ein trockener Alkoholiker, ich bin immer gefährdet und werde es auch immer bleiben. Und die Auswirkungen der Krankheit sind immer präsent. Ich brauche Zahnimplantate, da mir einige Zähne ausgefallen sind. Ich habe eine verätzte Speiseröhre und immer noch dadurch Probleme scharfe Sachen zu mir zu nehmen. Meine linke Niere ist nicht mehr so funktionsfähig und hat während der Schwangerschaften Probleme gemacht. Doch ich glaube, daß alles irgendwie einen Sinn hat im Leben.
Damals sah ich nicht viel Sinn in meinem Leben, doch heute weiß ich es hatte Sinn zu überleben! Ich glaube, daß ich stolz sein kann auf mich selber und auf all das was ich erreicht habe. Es gibt viel, was ich hätte besser machen können, doch Fehler machen ist menschlich, daß habe ich gelernt. Und ich habe noch was gelernt, es ist nicht immer falsch, Schwächen einzugestehen!
Wenn ich einen Tag habe, an dem ich schwach bin, dann nehme ich die kleine Kiste aus dem Schrank und trage dann die Kette mit den Ringen daran, wie damals, als ich meine große Liebe zu Grabe tragen mußte. Ich trage sie auch,wenn ich jedes Jahr aufs neue sein Grab besuche und eine rote Rose niederlege, für den Mann, der mir geholfen hatte ins Leben zurück zu kehren. Ich weiß, daß ich sie alle irgendwann wieder sehen werde, doch meine Zeit ist noch lange nicht gekommen. Ich habe Verantwortung für meine Kinder.
Ich weiß aber, daß wenn ich abends in den Himmel sehe, daß da drei Menschen sind, die herunter schauen und verdammt stolz auf mich sind. Und ich liebe alle Drei, wie damals, denn Jessi, Lars und meine kleine Tochter, werden immer ein Teil meines Lebens bleiben!

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Re: Mein Leben...

Beitrag von Kimama am Do Mai 13, 2010 9:11 pm

Vielleicht denken jetzt einige, daß ich nur Mitleid haben möchte! Daß ich nur möchte, daß mir jemand sagt, wie toll ich es geschafft habe! Nein, all das möchte ich nicht! Eigendlich möchte ich " Danke sagen" , an die die mich gerettet haben, manche auch ohne es zu wissen und vielleicht ohne es je zuerfahren! Und ich möchte etwas sagen, zu denen die jetzt die " beste Freundin" von mir haben oder mit " Anna" befreundet sind. Ich war wie ihr, ich habe mich blenden lassen! Ich weiß wie es ist, zu glauben, daß es gut ist,was man da tut! Ich weiß, daß man nichts falsches darin sieht Essen zu verweigern oder zu erbrechen! Ich weiß, daß man glaubt, jedes Gramm weniger sei gut! Und wenn ich " Pro Anna" Seiten im Internet sehe, dann wird mir übel! Ich habe da letztens etwas gelesen, daß mir wirklich gezeigt hat, daß die Freunde von " Anna" kranke Menschen sind, die dringend Hilfe brauchen. Da war eine todesanzeige, für eine Freundin von Anna, die lautete wie folgt:
" Du bist nun frei! Du bist so leicht wie eine Feder! Du bist unser großes Vorbild und du kannst stolz sein so frei und leicht zu sein, daß du endlich fliegen gehen konntest! Wir wünschen dir, daß du an uns denkst und uns in Gedanken unterstützt deinen Weg zu gehen und genauso leicht zu werden, um mit dir in den Himmel zu fliegen!"
Meine Gedanken sind bei all denen ,die nicht wissen was sie dort tun und ich habe die Hoffnung, daß ich vielleicht ein Paar von ihnen aufrütteln konnte! Das sie nachdenken oder das vielleicht Eltern, freunde, Verwante lernen besser auf die Anzeichen zu achten und nicht nur zu sehen, was man möchte. Ich habe eins gerlnt, Freunde von diesen Krankheiten, lernen schnell, sein Inneres zu verstecken. Sie lernen, daß alle anderen Menschen schlecht sind und schlechtes wollen und lernen deswegen, die Freundschaft zu diesen Krankheiten zu verstecken.
Es ist nicht leicht, den Kampf zu gewinnen! Doch es lohnt sich den Kampf aufzunehmen und dieser "Freundin" , die nie wirklich eine war, ins Gesicht zu spucken und ihr zu sagen, daß sie gehen soll. Ihr zu sagen, daß man sie nie wieder sehen will!
Und das wünsche ich allen Betroffenen, denn es ist schön, ohne sie zu leben!!!

Ende

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Re: Mein Leben...

Beitrag von Fischifant am Do Mai 13, 2010 9:24 pm

Süsse, warum haben die lichtvollsten Meister immer die dicksten Brocken aus dem Weg zu räumen?
Weil sie es können.

Ich finde dich wirklich inspirierend. Und freue mich für dich, das du diese falsche Freundin aus deinem Leben streichen konntest.
Hut ab, vor dir und deiner Geschichte.
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Re: Mein Leben...

Beitrag von Micha am Fr Mai 14, 2010 9:54 am

Du hast mich sehr zum nachdenken gebracht aber vielleicht anders als es beabsichtigt war.
Mitleid ist bei mir nicht aufgetraucht aber Hochachtung vor einer sehr starken und beeindruckenden Persöhnlichkeit.....
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Re: Mein Leben...

Beitrag von Katjuscha76 am So Mai 16, 2010 9:14 pm

Liebe Kimama!

Heute morgen habe ich deine Geschichte gelesen und ich muss zugeben, dass ich geweint habe. Ja, ich empfinde Mitleid aber dennoch bewundere ich dich, für deine Kraft und deinen Mut druchgehalten zu haben.
Ich wünsche Dir für deine Zukunft alles erdenklich Gute und dass sich alle deine Wünsche erfüllen werden.

Liebe Grüße, Katja
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Re: Mein Leben...

Beitrag von Gast am Mi Mai 26, 2010 12:56 pm

Ich möchte endlos heulen aber ich bin zu erschüttert dazu ...

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Re: Mein Leben...

Beitrag von sunny0802 am Mi Mai 26, 2010 1:14 pm

hallo kimama...
ich hab das auch erst grad gelesen...mitleid....nein hab ich jetzt nicht *blöd gesagt*.....aber hochachtung davor wie du deine geschichte erzählst bzw. wie du heut damit umgehst....
du hast sehr viel kraft in dir...auch wenn du manchmal daran zweifelst...
mach einfach weiter so.....ich glaub ganz dolle an dich....bist abgesehen von hübsch...sexy....etc. (das habe ich dir eh schon in anderen threads gesagt ) eine ganz liebe mit viel persönlichkeit....
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Re: Mein Leben...

Beitrag von Kimama am Mi Mai 26, 2010 1:28 pm

Es hat mich zu dem gemacht was ich heute bin... daher war es eine gute Zeit. Für Betroffene ist es wichtig, darüber zureden. Egal ob es um Mißbrauch, schläge innerhalb eienr Beziehung oder Essstörungen geht. All diese Sachen sind da und belasten unsere Seelen und wir nehmen es mit in die nächste Inkarnation, wenn wir es nicht auflösen

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Re: Mein Leben...

Beitrag von sunny0802 am Mi Mai 26, 2010 2:01 pm

Kimama schrieb:Es hat mich zu dem gemacht was ich heute bin... daher war es eine gute Zeit. Für Betroffene ist es wichtig, darüber zureden. Egal ob es um Mißbrauch, schläge innerhalb eienr Beziehung oder Essstörungen geht. All diese Sachen sind da und belasten unsere Seelen und wir nehmen es mit in die nächste Inkarnation, wenn wir es nicht auflösen

ich weiß von was du sprichst....meine schwester hatte eine schwere depression....aber zum glück konnte sie (fast) immer davon und drüber reden....sie is zumindest momentan übern berg...aber ich denk...wenn sie sich zurück gezogen hätte und nicht so offen drüber geredet hätte...würde heut die welt ganz anderst ausschauen....
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Re: Mein Leben...

Beitrag von Gast am Mi Mai 26, 2010 2:02 pm

Ich leb jetzt schon seit 2006 mit Borderline und Anfangs konnt ich so garnicht damit umgehen, aber mittlerweile mach ich kein Geheimnis mehr draus und seitdem hab ichs auch ganz gut in den Griff gekriegt...

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